Systemwissen

Sifa

Sicherheitsfahrschaltung

Die Sifa kontrolliert in regelmäßigen Abständen, ob der Triebfahrzeugführer weiterhin handlungsfähig ist, und leitet bei ausbleibender Reaktion eine Zwangsbremsung ein.

Die Sicherheitsfahrschaltung (Sifa)

Die Sicherheitsfahrschaltung (Sifa) ist eine Sicherheitseinrichtung auf dem Führerstand eines Triebfahrzeugs. Sie dient dazu, zu überwachen, ob der Triebfahrzeugführer während der Fahrt weiterhin handlungsfähig und reaktionsfähig ist. Dafür muss der Triebfahrzeugführer bestimmte Bedienelemente regelmäßig betätigen beziehungsweise die Betätigung in festgelegten Abständen kurz unterbrechen.

Bedienelemente der Sifa

Für die Bedienung der Sifa können je nach Fahrzeug und Eisenbahnunternehmen unterschiedliche Bedienelemente eingesetzt werden. Am häufigsten kommt ein Sifa-Pedal zum Einsatz. Daneben gibt es beispielsweise Drucktaster an den Seitenfenstern, die insbesondere dann sinnvoll sind, wenn sich der Triebfahrzeugführer bei der Ausfahrt aus einem Bahnhof an dieser Stelle des Führerstands aufhält. Weitere mögliche Bedienmöglichkeiten sind die Köpfe von Fahrschaltern oder Bremshebeln sowie spezielle Zugbügel unter einem drehbaren Fahrschalter, wie sie beispielsweise bei der SNCF verwendet werden. Auch Drucktaster an den Armlehnen können als Sifa-Bedienelemente dienen.

Je nach Fahrzeug können außerdem andere vorhandene Bedienelemente ersatzweise für die Sifa-Bestätigung genutzt werden. Dazu können beispielsweise der Fahrschalter oder Bedienelemente der PZB beziehungsweise Indusi gehören.

Funktionsweise der Sifa

In Deutschland ist überwiegend die sogenannte Zeit-Zeit-Sifa üblich. Dabei muss der Triebfahrzeugführer ein Sifa-Bedienelement, beispielsweise das Pedal oder einen Taster, betätigt halten. Entscheidend ist jedoch, dass die Betätigung regelmäßig kurz unterbrochen wird. Spätestens nach 30 Sekunden muss eine entsprechende Änderung der Betätigung erfolgen. Dadurch erkennt das System, dass der Triebfahrzeugführer weiterhin reagiert.

Warnablauf der Zeit-Zeit-Sifa

Bleibt das Bedienelement länger als die zulässige Zeit betätigt, gibt die Sifa zunächst eine optische Warnung aus. Reagiert der Triebfahrzeugführer darauf nicht, folgt nach 2,5 Sekunden zusätzlich eine akustische Warnung. Erfolgt auch danach keine Reaktion, wird nach weiteren 2,5 Sekunden eine Zwangsbremsung eingeleitet. Diese wirkt bis zum Stillstand des Zuges.

Sifa-Leuchtmelder

Auf dem Führerstand befindet sich außerdem eine Anzeige für den Zustand der Sifa. Ein Beispiel dafür ist der Sifa-Leuchtmelder im ICE 3. Über die Anzeige beziehungsweise die Warnsignale erhält der Triebfahrzeugführer eine Rückmeldung darüber, dass eine Reaktion erforderlich ist.

Besonderheit der Zeit-Zeit-Sifa

Ein Nachteil der zeitabhängigen Sifa besteht darin, dass ihre Überwachung an einen festgelegten Zeitablauf gekoppelt ist. Die Auslösung hängt somit nicht davon ab, wie weit das Fahrzeug innerhalb dieser Zeit gefahren ist. Die Sifa arbeitet daher unabhängig von der tatsächlich zurückgelegten Strecke.